Agrarlogistik: vom Feld ins Lager und weiter zum Kunden
Im Herbst kommen die Anhänger im Minutentakt auf den Hof. Kartoffeln, Zwiebeln, Getreide, Obst, je nach Betrieb. Jede Lieferung muss gewogen, nach Qualität eingestuft und eingelagert werden, und jeder Erzeuger will wissen, was mit seiner Ware passiert. Im Frühjahr ist das Lager halb leer, und es geht um Auslieferung und Pflege.
Agrarlogistik heißt, ein Lager zu führen, das sich mit der Saison verändert, ohne die Übersicht zu verlieren. Diese Seite ist für Erzeugergemeinschaften, Landhandel, Verarbeiter, Gärtnereien und Händler von Agrarprodukten mit eigenem Lager, die ihre Agrarlogistik mit einem Lagerverwaltungssystem führen wollen.
Typische Probleme in der Agrarlogistik
- Wareneingang in Spitzen. In der Ernte kommt in wenigen Wochen mehr Ware als sonst in Monaten.
- Qualitäten werden vermischt. Unterschiedliche Klassen oder Sortierungen liegen nebeneinander und werden verwechselt.
- Verderbliche Ware altert unbemerkt. Was zuerst eingelagert wurde, ist nicht immer das, was zuerst raus muss.
- Herkunft ist schwer nachzuweisen. Kunden und Zertifizierer wollen wissen, von welchem Erzeuger welche Partie kam.
- Nachweise für Pflanzengesundheit und Zertifikate liegen verstreut. Im Ordner, im Postfach, beim Kollegen.
Wie ein Lagerverwaltungssystem Landhandel und Erzeuger unterstützt
Jede Partie mit Charge und Herkunft. Beim Wareneingang bekommt jede Lieferung eine Charge, und Erzeuger, Herkunft und Qualitätsklasse werden mit erfasst. Ab dann ist sie vom Lagerplatz bis zum Kunden nachvollziehbar.
Qualitäten getrennt führen. Jede Klasse wird als eigene Charge oder eigener Artikel geführt. Wer die falsche greift, merkt es beim Scan.
Prüfung beim Eingang, mit Foto. Eigene Qualitätsprüfungen je Produktart, mit Fotos, wenn eine Partie beanstandet wird.
Seitlich wischen, um die ganze Abbildung zu sehen.
Was zuerst abläuft, geht zuerst. Bei verderblicher Ware schlägt das System die Charge vor, die zuerst abläuft (FEFO).
Etiketten je Kunde und Produkt. Händler und Verarbeiter haben eigene Vorgaben für Etiketten. Das System druckt das passende.
Zusammenstellen auf Auftrag. Mischkisten, Saatgut-Sets oder Pflanzensortimente werden als Stückliste zusammengestellt (Kitting).
Bestandshistorie. Jede Bewegung bleibt mit Zeit und Mitarbeiter gespeichert, für Zertifizierer und Kontrollen.
Herkunft, EU-Pflanzenpass und Pflanzengesundheitszeugnis
Für viele Agrarprodukte gelten Regeln zur Herkunft und zur Pflanzengesundheit. Bestimmte Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse brauchen innerhalb der EU einen Pflanzenpass, für Ein- und Ausfuhren in Drittländer ein Pflanzengesundheitszeugnis. Was genau für Ihre Ware gilt, klären Sie mit dem zuständigen Pflanzenschutzdienst.
Das Lager kann dabei vor allem eines leisten: dafür sorgen, dass jede Partie eindeutig ist und Sie jederzeit zeigen können, woher sie kam und wohin sie ging. Was eine Rückverfolgbarkeit Software im Lager können muss, lesen Sie in unserer Sektorenübersicht; zur Kennzeichnung mit Datum: Chargennummer und MHD.
Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Lager
Wenn ein Kunde reklamiert: Wie lange dauert es, bis Sie wissen, von welchem Erzeuger die Partie stammt?
Wie viele Artikel liegen bei Ihnen auf Plätzen, die seltener als einmal im Monat geleert werden?
- Was ist das Besondere an der Agrarlogistik?
- Die Saison bestimmt das Volumen, viele Produkte sind verderblich, Qualitäten müssen getrennt werden, und für viele Waren gelten Regeln zu Herkunft und Pflanzengesundheit. Das Lager muss mit all dem gleichzeitig umgehen.
- Was ist ein Pflanzenpass?
- Ein Etikett, das bestimmte Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse beim Handel innerhalb der EU begleitet und zeigt, dass sie die Pflanzengesundheitsvorschriften erfüllen. Für Ein- und Ausfuhren in Drittländer gibt es stattdessen das Pflanzengesundheitszeugnis.
- Wie halte ich Qualitätsklassen im Lager auseinander?
- Indem jede Qualität als eigene Charge oder eigener Artikel geführt wird. Beim Wareneingang wird die Klasse erfasst, beim Kommissionieren prüft der Scan, ob die richtige gegriffen wird.